“Jeder wollte den Titel nach Hause bringen”

Am 09.06.2023 fand die vierte Ausgabe des Moot Courts im Strafrecht statt. Das Leipziger Team, bestehend aus Felix Dörr, Anne Pokorny, Jenny Joy Schumann und Josephine Buchholz, holte dabei in Köln den dritten Platz.

Wir gratulieren herzlich zum gelungenen 3. Platz! Nun, da der Moot Court vorbei ist und bei allen Teilnehmern wieder der Alltag eingekehrt ist, ist es Zeit, den Moot Court noch einmal Revue passieren zu lassen. Netterweise erklärte sich das Leipziger Team bereit, uns ein paar Fragen zu ihrer Zeit in Köln zu beantworten.

DkA: Wie würdet ihr eure Erfahrung beim diesjährigen Moot Court in drei Worten beschreiben?

Jenny: bereichernd, Praxis, Teamgeist

Felix: bereichernd, kompetitiv, harmonisch

Josephine: Nervosität, Nervenkitzel, Kampfgeist

DkA: Was wären eure Tipps für all diejenigen, die in der kommenden Zeit eine ähnliche Erfahrung machen?

Jenny: Man sollte frühzeitig mit der Erarbeitung einer Falllösung anfangen, ein gutes Teamklima beibehalten und sich nicht stressen lassen.

Felix: Man sollte offen für die neue Erfahrung sein, Spaß haben, alle möglichen Strategien unabhängig von der Partei (Anklage oder Verteidigung) durchdenken und im Hinterkopf behalten, Kritik offen annehmen.

DkA: Man spricht ja sehr oft von einem gewissen „Konkurrenzkampf“ zwischen Jurastudierenden, habt ihr in Köln ähnliche Erfahrungen gemacht?

Jenny: Manche Teams waren kompetitiver als andere und haben anderen Teams erzählt, dass sie nur hier sind, um zu gewinnen. Vielen Teams ging es aber primär um die Erfahrung und der Austausch mit diesen Teams war wirklich wertvoll.

Felix: Überhaupt gar nicht! Natürlich als man sich „vor Gericht“ gegenüberstand, war es der ernste Wettbewerb, aber unmittelbar danach und insbesondere beim abendlichen „Get-together“ war es total harmonisch, man hat sich gegenseitig Komplimente gegeben und beglückwünscht. Insgesamt war es was eine tolle Stimmung unter den Kommiliton:innen. Jeder der das Vorurteil hat, unter Jurastudierenden gibt es stets „Ellenbogen raus“, konnte sich hier vom Gegenteil überzeugen.

Josephine: Der Konkurrenzkampf war da. Jeder wollte natürlich den Titel nach Hause bringen. In den Vorrunden haben wir das nicht so mitbekommen, da wir bei den anderen Teams nicht zuschauen konnten. Allerdings hat es sich im Finale stark gezeigt, als ein Team kurzerhand seine gesamte Strategie aus der Vorrunde „über Bord geworfen“ hatte, nur um den Gegner zu verwirren und ihnen deren Argumente zu nehmen. Unserer Meinung nach, vielleicht auch dem geschuldet, dass das Team teilweise Argumente von uns aus der Vorrunde übernommen hatte, eine durchaus unfaire Verhaltensweise. Der Sinn dieses Kontests ist es eben gerade auf Staatsanwaltschafts- und Verteidigerseite jeweils andere Positionen zu vertreten, um möglichst eine große Argumentationsbreite darzubieten.

DkA: Warum sollte man an einem Moot Court teilnehmen?

Felix: Um seinen Horizont zu erweitern, für den Austausch mit anderen Kommiliton:innen über die eigenen Fakultätsgrenzen hinweg und die Freude am Wettbewerb.

Josephine: Der Moot Court ist eine gute Möglichkeit, um Praxisluft schnuppern zu dürfen und das außerhalb von Pflichtpraktika während des Studiums. Er vereint Praxis und Studium auf eine Weise, die die wissenschaftliche Argumentationsarbeit mit der teilweise pragmatischen Praxis vereint.

DkA: Rückblickend auf den Moot Court, was würdet ihr nochmal genauso machen, was würdet ihr aber auch ändern wollen?

Jenny: Ich würde nichts ändern wollen. Besonders gut waren die Probe-Vorträge vor Praktikern und die Arbeit mit dem Team.

Felix: Ich würde beim nächsten Mal eventuell versuchen, komplett frei zu sprechen.

DkA: Was war die schönste Erfahrung bei eurer Teilnahme am Moot Court außerhalb der juristischen Arbeit?

Jenny: Das Pleading im kleinen Finale und der Austausch mit den anderen Teammitgliedern

Felix: Die Bekanntgabe, dass der 3. Platz an uns ging, der Austausch mit den anderen Studierenden, insgesamt war der Moot Court ein Highlight in 2023 bisher

Josephine: Es war richtig schön zu sehen, dass an dem Moot Court all jene teilgenommen haben, die sich wirklich für Jura interessieren, denen ihre gewählte Studienrichtung Freude bereitet und die trotz des oft ständigen Drucks im Studium für eine zusätzliche Sache freiwillig gemeldet haben.

DkA: Wir bedanken uns für das Gespräch!

Das Interview führte Mia Rauchhaupt


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