Leipziger Buchmesse – ein Review

WoDkA – Die Wochenmeinung Der kleinen Advokatin

Letzte Woche war die alljährliche Leipziger Buchmesse. Für alle, die es auf Grund von zeitlichen, mentalen oder finanziellen Kapazitäten nicht auf das Messegelände geschafft haben, folgt ein kleiner Bericht meiner persönlichen Erfahrung.

Erstmals wurden dieses Jahr die Tickets für die Messe beschränkt und waren (zumindest für Samstag) ausverkauft. Aber auch darüber hinaus hat die Leipziger Buchmesse dieses Jahr wieder Höchstwerte mit ihren Besucher*innenzahlen geschrieben.
Dies war auf dem Messegelände auch stark zu spüren. Schon am Einlass häuften sich die Menschen und eine ewige Schlange stand schon über eineinhalb Stunden vor der Eröffnung wartend bereit. Auch später am Tag legte sich der Ansturm nicht. Ich persönlich war am Freitag um 10.30 Uhr (1,5 Stunden nach Öffnung) da und musste mich in die Schlange, die einmal um das große Wasserbecken vor dem Eingang ging, einreihen. Die Ticketlesegeräte- und Garderobensituation ist mittlerweile optimiert, folglich ist die Schlage zumindest stetig in Bewegung und es geht schneller voran, als es auf den ersten Blick scheint.
In der mit Glas überdachten Eingangshalle angekommen habe ich den Trubel dann eigentlich nicht als sehr viel stärker als die letzten Jahre wahrgenommen. Die Menschenmassen verteilen sich auf Hallen, Zwischenhöfe und Essenstände. Die kostümierten Cosplayer*innen sind fabelhaft angezogen und spannend zu beobachten. Es gibt die detailliertesten Kostüme, vieles selbstgemacht und in den Mengen an Charakter*innen finden alle Besuchenden eine*n den oder die sie schonmal auf Leinwand oder Bildschirm gesehen haben.
Die Aussteller*innen der Manga-Comic-Con, wegen denen die meisten Cosplayer*innen hier sind, befinden sich nur in Halle 1 und in den weiteren 4 Hallen verteilen sich dann Selfpublisher*innen, private Künstler*innen, Bildungsangebote, Antiquar*innen und natürlich sämtliche Groß- und Kleinverlage. Zwischen den Ständen finden auf diversen Bühnen eng getaktet Veranstaltungen statt: Lesungen, Podiumsdiskussionen, Interviews. Die Liste der Veranstaltungen für die zwei Tage, die ich die Messe besuchen würde, zu durchkämmen, hatte mich in den Vortagen viel Zeit gekostet. Diese war es aber definitiv wert, denn ich habe wirklich interessante Gespräche belauscht und spannende Bücher entdeckt, die alle meinen persönlichen Interessen entsprachen.
Mein erster Messetag bestand also aus zwischen Hallen hin- und herrennen, Veranstaltungen suchen, Menschen treffen, die ich kenne, viel Nicken und vor allem Zuhören. Meinen zweiten Tag habe ich mir dann entspannter gestaltet und bin 5 Stunden mit einem Freund nur rumgelaufen und habe mich berieseln lassen. Ich habe einige Klappentexte gelesen, neue Autor*innen und Verlage entdeckt und viel Kunst bewundert. Diese Planung kann ich nur weiterempfehlen, denn ich hatte das Gefühl so wirklich das Beste rausgeholt zu haben.

Alles in allem war die Messe, wie immer, sehr voll. Personen, die kein Fan von Menschenmassen sind, würde ich sie nicht weiterempfehlen. Buchliebhaber*innen lege ich sie natürlich ans Herz, aber auch für Nicht-Buchwürmer ist hier viel Spannendes dabei. Schließlich ist das Spektrum von Inhalten von Büchern immens breit und so findet sich auf der Leipziger Buchmesse für nahezu jedes Interesse eine Veranstaltung, ein Flyer oder eben doch ein Buch.

Fia Josefine Schrader


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